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01.07.2010 / 17:33

Nutzerfreundlichkeit spielt die entscheidende Rolle

„Die nächsten zehn Jahre werden das Jahrzehnt von Mobile sein“, prognostizierte der Düsseldorfer Medienberater Mark Wächter beim abschließenden Diskussions-Panel der Kongresssparte medienforum.digital im Rahmen des 22. medienforum.nrw. Auch die übrigen Teilnehmer der Expertenrunde-Runde waren dieser Ansicht, unterstrichen aber die Notwendigkeit, neue Handy-Applikationen so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten.

Dr. Florian Resatsch
, Mitgründer und Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Servtag, zeigte zu Beginn der Panel-Veranstaltung die wachsenden Chancen auf, die sich durch die zunehmende Verbreitung des iPhones und ähnlicher Endgeräte für den Mobile-Markt ergeben. Am Beispiel des von Servtag entwickelten Dienstes friendticker.de demonstrierte Resatsch das Prinzip sogenannter Check-in-Dienste, die das Modell der Bonus-Karte in eine mobile Applikation umsetzen. Der Nutzer kann damit zum Beispiel in Restaurants und Hotels, in denen er sich aufhält, entsprechende Punkte sammeln und so Vergünstigungen bekommen.

Auf dem Prinzip des „GeoWeb“, der Zuweisung von Online-Informationen zu einem bestimmten Standort, basiert auch der mobile Internetdienst kaufDA.de, dessen Geschäftsführer Tim Marvin Marbach ebenfalls an der Diskussion teilnahm. Für den Online-Dienst werden Informationen zu den Produkten aus aktuellen Supermarkt-Prospekten aufbereitet und mit praktischen Informationen wie Wegbeschreibungen und Öffnungszeiten verknüpft. „Wir sind damit erfolgreich, weil wir dem Handel ermöglichen, das etablierte Medium Prospekt über neue Kanäle zu distribuieren“, führte Marbach aus.

Wächter wertete die vorgestellten Dienste als sehr vielversprechende Projekte und wünschte sich in Deutschland generell mehr Mut, solche Unternehmungen auf die Beine zu stellen. „Wir brauchen auch hierzulande endlich eine failure culture“, forderte der Unternehmensberater. „Es muss auch Start-Ups geben, die zunächst auf die Nase fallen, dann aber wieder aufstehen.“

Michael von Roeder, COO & Managing Director der Agentur Iconmobile, gab zu bedenken, dass die neuen Angebote in der mobilen Online-Welt möglichst ansprechend für die potenziellen Nutzer gestaltet werden müssten. „Mobile usability wird häufig unterschätzt“, erklärte er. „Wenn wir einen Massenmarkt erreichen wollen, müssen wir zusehen, dass wir die Applikationen konzeptionell und auch mit Blick auf die Benutzerführung einfach halten.“

In einem Punkt herrschte auf dem Podium weitestgehend Einigkeit: Technikexperimente sollten bei der Entwicklung mobiler Dienste möglichst vermieden werden, befand Resatsch. „Sie müssen so einfach für die User sein, wie es irgendwie geht.“ Fee Beyer von der Deutschen Telekom, die sich als „Voice of Twitter“ zeitweise in die Diskussion einbrachte, sieht die Branche dafür auf einem guten Weg. iPhone und iPad seien bereits Beispiele für nutzerfreundliche Endgeräte, befand sie und sagte voraus: „Die Technologie wird immer menschlicher werden.“


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