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Konvergenzkongress


19.06.2007 / 15:34

Neue Antworten auf Jugendschutz-Fragen gefordert

Effizientere Jugendschutzmaßnahmen auch für die Online-Verbreitung von Computerspielen forderten Branchenexperten beim Panelzum Thema „Games and You(ths)“ im Rahmen des 19. medienforum.nrw.

Games and You(th) - Dr. Arthur Pober

Games and You(th) - Dr. Arthur Pober

„Games sind kein Phänomen mehr, das sich nur auf Datenträgern abspielt“, erklärte der Moderator und Geschäftsführer des Bundesverbandes interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), Olaf Wolters. „Wir müssen die Vertriebswege der Zukunft so ausrichten, dass der Jugendschutz gewährleistet ist.“

Das vom BIU mitveranstaltete Panel leitete der New Yorker Medienberater Dr. Arthur Pober mit einem Statement ein. Er schilderte die Lage in den USA, wo man sich ebenfalls sehr stark um die Verbreitung von Gewaltinhalten in Computerspielen sorge. Dabei spiele auch das Internet eine wesentliche Rolle. Die „Industrie muss sich um dieses Thema kümmern, eine Kooperation auf allen Ebenen ist notwendig�?, forderte Pober.

Die Teilnehmer der anschließenden Diskussion wiesen ebenfalls auf die Herausforderungen durch den noch weitestgehend unregulierten Online-Bereich hin. „Grundsätzlich kann jeder Angebote im Internet betreiben“, gab Friedemann Schindler, Leiter von jugendschutz.net, zu bedenken. „Wir brauchen in diesem Bereich ganz neue Antworten“, forderte er. Jugendschützer und Industrie müssten eine gemeinsame Diskussion führen. Wolters berichtete, dass die Industrie unter anderem bereits Gespräche mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) führe. Aus wirtschaftlicher Sicht spiele der Bereich des Online-Gamings aber noch keine wesentliche Rolle.

Holger Girbig, Bereichsleiter Aufsicht bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) befand, dass eine mögliche Indizierung von Inhalten „gerade im unüberschaubaren Markt Internet Sinn machen“ würde. Zuvor hatte der Wissenschaftler Prof. Dr. Heribert Schumann (Universität Leipzig) dieses Jugendschutz-Instrument deutlich kritisiert. Die Praxis der Indizierung basiere auf dem „Schmutz- und Schundgesetz“ aus dem Jahr 1926 und sei dementsprechend veraltet. „Da es mittlerweile auch die Möglichkeit der nicht-öffentlichen Indizierung gibt, wird hierdurch auch keine Klarheit mehr geschaffen“, sagte Schumann.

Mike Cosse, Rechtsanwalt und Leiter Politik bei Microsoft Deutschland, wies auf technische Jugendschutzmöglichkeiten hin. So sei es mit der Spielkonsole X-Box 360 nicht möglich, Software zu nutzen, die nicht über ein Zertifikat der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) verfügt. Allerdings müssten die Eltern dazu auch den Jugendschutz-Mechanismus der Box aktivieren. „Eltern haben Verantwortung“, erklärte Cosse. „Es ist ein wichtiges Element unserer Arbeit, auch die Medienkompetenz zu stärken.“ Dem pflichtete Sebastian Gutknecht, Referent Jugendschutzrecht bei der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Nordrhein-Westfalen, bei. „Der aktuelle Informationsstand bei Eltern und Lehrern zum Thema Computerspiele ist von großer Unsicherheit geprägt“, berichtete er. „Viele erkennen, dass sie nicht auf Höhe der Zeit sind.“

Holger Girbig forderte zum Abschluss dazu auf, weniger über die bestehenden Jugendschutzsysteme zu diskutieren, sondern über die künftig nötigen Ergänzungen. „Wir sollten uns in der Debatte auf die Inhalte konzentrieren“, forderte er. „Die ändern sich in diesem Medium ohnehin fast täglich.“


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