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Digitalisierung und weltweite Vernetzung bedrohen die Urheberrechte. Original und (illegale) Kopie sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Immer mehr Texte, Töne und Bilder werden als Dateien rund um den Erdball getauscht, ohne dass die Produzenten oder Verlage davon wirtschaftlich partizipieren. Urheberrecht, Leistungsschutzrecht, Eigentumsrecht, geistiges Eigentum, geistiger Diebstahl?

Das alles sind Schlagwörter einer heftig geführten Debatte, von der viele sagen, ihr Ausgang werde über Wohl und Wehe der gesamten Medienbranche entscheiden. „Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben“, velangten führende deutsche Verlage Anfang Juni in ihrer sogenannten Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums. Die Allianz Deutscher Produzenten in Film und Fernsehen und die Musikindustrie schlossen sich den Forderungen an. 
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STANDPUNKT // QUALITÄT? - NICHT ZUM NULLTARIF

Von Christian Nienhaus, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe

Anders als die Urheber von Werken verfügen Verleger bislang noch nicht über einen ausreichenden Schutz ihrer – auch digitalen – Presseerzeugnisse, der es ihnen ermöglicht, eine nicht genehmigte Nutzung durch Dritte zu verhindern.

Zum Standpunkt

HINTERGRUNDINFO // GOOGLE WILL VERLAGE AM WERBEERLÖS BETEILIGEN

Am neuen Projekt Google Fast Flip sollen die Anbieter von Zeitungen und Zeitschriften mitverdienen. Die Suchmaschine kann künftig ihre Ergebnisse als Bildausschnitt des Originals (Screenshot) anzeigen. Nutzer erhalten so schnell einen Blick auf fremde Websites, bevor sie mit einem Mausklick direkt auf das Originalangebot gelangen. Google will die Anbieter solcher WWW-Inhalte mit zwei Dritteln an den Einnahmen beteiligen, die durch neben den Screenshots platzierte Werbung erzielt werden.

Fast Flip befindet sich zurzeit noch in einer Testphase, an der sich etwa fünfzig Partner – darunter die Agenturen AP und AfP sowie die Titel Wall Street Journal, Washington Post und New York Times – beteiligen. Deutsche Verlage verhalten sich noch zurückhaltend. Sie kritisieren vor allem, bei den Fast-Flip-Screenshots sei die Werbung der Original-Websites nicht mehr zu sehen. Google begründet dagegen dieses Vorgehen damit, dass andernfalls das Laden fremder Seiten zu lange dauere.

Nach Angaben von Google ist das Projekt zunächst nur ein Experiment, dessen Ausweitung auf Länder jenseits der USA vorerst nicht geplant sei.