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Offenes Ecosystem mit großem Potenzial

Das mobile Internet hat 2008 einen regelrechten Boom erlebt. Was waren die Erfolgsfaktoren? Interessanter noch: Was sind die großen Wachstumsthemen und die dafür notwendigen Voraussetzungen durch die Industrie?

Rainer Deutschmann Executive Vice President Mobile Internet von T-Mobile

Obwohl das mobile Internet im Vergleich zum Festnetz-Internet noch am Anfang steht, war die Wachstumsdynamik 2008 enorm. T-Mobile zum Beispiel erzielte eine Verdreifachung des Datenvolumens und – wichtiger noch – ein Plus bei den Datennutzern auf mehr als 15 Millionen in den europäischen Kernländern sowie einen Umsatzanstieg um 45 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die Gründe für diese Erfolgsgeschichte: Attraktive Endgeräte wie das Apple iPhone oder das T-Mobile G1 sorgen für Spaß am mobilen Surfen. Daten-Flatrates ermöglichen sorgenfreie Nutzung, und zahlreiche Dienste aus den sogenannten Application Stores bieten immer mehr Wert und Unterhaltung. Zudem sind 3G-USB-Sticks nun für jeden erschwinglich, und – eine kleine Revolution – Mini-Notebooks mit einer Daten-Flatrate werden bereits ab einem Euro angeboten, und das mit eingebautem 3G-Modul.

Der Internetzugriff über Handy und Laptop – immer und überall – wird selbstverständlich. Jeder Nutzer wird sein Handy auf sich und seine individuellen Bedürfnisse hin anpassen, und das nicht nur wie bisher durch simple Wallpapers oder Klingeltöne, sondern vielmehr durch die nahtlose Integration sozialer Netzwerke und nutzerspezifischer Dienste. Darüber hinaus werden die Geräte – Handys, PC, Fernseher – und Dienste eines Nutzers zunehmend vernetzt sein. Jeder User wird jederzeit und überall Zugang zu allen seinen digitalen Inhalten wie Adressen, E-Mails, Bilder und Musik haben.

Heute unvorhersehbare neue Services und Formate werden die mobilen Spezifika nutzen und über das hinausgehen, was im Festnetz- Internet möglich ist: eine neue Welle der sozialen Netzwerke, lokationsbezogene Dienste, Bewegtbild mit neuen Formaten oder zielgruppenspezifische Werbung. Bei den Geräten wird sich die letzte Lücke zwischen Laptop und Handy schließen mit leistungsstarken Mini-PCs. Ganz neue Geräteklassen wie der E-Reader erlauben dem Kunden, sehr einfach überall Qualitätsinhalte zu beziehen. Letztlich wird jedes elektronische Gerät vernetzt sein. Nutzer und Marktteilnehmer werden profitieren. Für alle Anbieter sind der Zugang zum Spektrum mobiler Breitbandnetze und entsprechende Investitionen zwingend.

Nutzer erwarten erstens zu Recht Quality of Service für ihre Dienste – also etwa störungsfreies Videostreaming oder schnelle Upund Downloads. Zweitens müssen mobile internetfähige Geräte für den Massenmarkt nutzbar und erschwinglich werden. Drittens müssen im Fokus von Mobilfunkindustrie, Geräteherstellern, Anbietern digitaler Inhalte und Internet-Diensteanbietern offene standardisierte Plattformen stehen – als Nukleus für ein reichhaltiges Ecosystem von Diensten und Inhalten. T-Mobile zum Beispiel stellt mit web’n’walk eine offene Plattform, die auf Windows-Geräten von HTC im Markt ist und bald auch für andere Handsets, insbesondere auch für Android-Geräte, angeboten wird. Viertens sind auf dieser Plattform „Coopetition“, also Partnerschaften komplementärer Stärken, der zentrale Erfolgsfaktor. So bietet die Zusammenarbeit mit Inhalte-Anbietern und Internet-Brands den Nutzern direkten Zugang zu Qualitäts-Inhalten und -Diensten. Sicher sind zwei Dinge: In diesem offenen Ecosystem sind der Fantasie für neuartige Dienste kaum Grenzen gesetzt, und die eigentliche „Explosion“ des mobilen Internet steht uns damit noch bevor.