Große Hoffnungen und große Spannungen
Mit dem Einzug der digitalen Projektionstechnik in die Vorführräume der Kinos kommt die Wiederbelebung des 3D-Kinos einher. Nie waren die technischen Möglichkeiten so ausgereift und alltagstauglich wie bei der Nutzung der digitalen Kinotechnik.

- Martin Ebert, Geschäftsführer des Kinos Cinedom in Köln
Große Hoffnungen werden in die kommenden 3D-Filme gesetzt, und es wird viel von einer generellen Belebung des Kinos durch die 3D-Technik geredet. Die 3D-Technik wird jedoch nicht automatisch jeden Film zum Erfolg machen. Auch die neueste und beste Technik wird es nicht schaffen, den „Film“ zu ersetzen. Wenn ein Film (die Story) nicht funktioniert, wird das auch die 3D- oder sonstige Technik nicht kompensieren können. Aber die Technik kann den Film unterstützen, seine Stimmung verdichten, helfen, das Erlebnis Film intensiver zu machen. Und das kommt auch beim Besucher an. Dass dabei besonders „Family-Entertainment“ in 3D nachgefragt wird (und deshalb auch am häufigsten angeboten wird), liegt wohl auch an der Unbekümmertheit, mit der die Kids dieser Technik begegnen. Aktuell sind es „Bolt – Ein Hund für alle Fälle“ und „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, die in 3D-Qualität deutlich mehr nachgefragt werden als in der 2D-Version – für die Fans des Fantasy-Films gilt diesbezüglich sicher das Gleiche, wie für die Kids.
Das führt zu der Frage, ob und wann die 3D-Technik auch die anderen Genres erreichen und wann sie flächendeckend eingesetzt wird. Und da tut sich ein Unterschied zu den bisherigen 3D-Wellen auf. Die Bandbreite an 3D-Produktionen ist für die absehbare Zukunft viel größer, als sie es in der Vergangenheit je war. Die Erkenntnis, dass nicht alle Filme gleichermaßen vom 3D-Effekt profitieren, ist banal, und wann 3D im Cineasten-Kino ankommt, ist derzeit nicht erkennbar. Aber: Dauerhaft wird das 3D-Kino nur funktionieren, wenn es ihm gelingt, sich aus der Ecke „Sparten-Kino“ zu befreien. Dies haben viele Produzenten, nicht nur in Hollywood, erkannt und entsprechend reagiert.
Ich erwarte die kommenden 3D-Filme mit großer Spannung, allen voran natürlich „Avatar“, in der Hoffnung, dass die 3D-Technik die Filme noch interessanter und fesselnder macht. Verfolgt man die Medienberichte zum Thema 3D, kann man den Eindruck gewinnen, als ob übermorgen ein Schalter umgelegt würde und alles im Kino wäre 3D. Das ist natürlich Unsinn, und es ist gut, dass es nicht so ist. Aber es ist eine Entwicklung, die Spannung in das Thema Kino bringt – und das ist gut.


