Hans-Werner Honert
Hans-Werner Honert

Standpunkt zum Artikel TV-Produktionen // Schrumpfende Spielräume
Von Hans-Werner Honert, Geschäftsführer der Saxonia Media Filmproduktion GmbH

Die Misere beginnt mit der Trennung von Controllern und Kreativen. Wichtig ist deren Arbeitsteilung bei einem gemeinsamen Projekt. Es geht hier um Gemeinsamkeit und nicht um Hierarchie. Begeistern sich beide für eine Idee, ist das der Anfang des gemeinsamen Weges zur Realisierung.

"Mit viel Geld kann jeder“, war die Aussage eines alten erfolgreichen Filmarchitekten. „Machst du den Film für dich und nicht fürs Publikum, kauf dir ein Stück Leinwand, mal ein Bild, das ist billiger“, sagte während meines Studiums ein Altmeister des Kinos zu mir. Der freiwillige Gang ins Kino oder das freiwillige Einschalten des Fernsehgerätes bringt das Geld, das wir für unsere Filme brauchen. Es ist eine Binsenweisheit, dass Filme mit einem kleinen Budget Welterfolge wurden und sehr teure Filme floppten. Also steht am Anfang die Idee, die man einem Massenpublikum schenken will. Natürlich kann man auch nur die Hosen herunterlassen in der Hoffnung, genügend Leute bleiben stehen. Das wurde früher auf den Jahrmärkten so praktiziert, und wir erleben das auch heute noch im Kino und im Fernsehen. Tradition eben, das sage ich ohne Häme. Bleibt nun im Fernsehen der Programmumfang erhalten und die Budgets sinken, muss man das zur Kenntnis nehmen. Herausgefordert sind hier die Programmierer und Programmmacher: Wie viele billige Talks braucht der Zuschauer, wie viele Reihen, wie viele teure Events usw.?

Die Programmmacher wissen, dass der Dreh kein Experimentierfeld ist, sondern disziplinierte, harte, professionelle, kreative Arbeit. Je professioneller, desto höher der Production Value. Professionalität heißt auch zu erkennen, welches Minimum bei welchen Produktionsbedingungen notwendig ist. Unter das Minimum darf man nicht gehen. Das bezieht sich auf die Drehtage, die Ausstattung usw. und verhält sich in den verschiedenen Genres natürlich unterschiedlich. Deshalb ist die gemeinsame Arbeit von Controllern und Kreativen entscheidend. Sprechen sie nicht die gleiche Sprache, wird es teuer – oder es kommt am Ende ein schlechter Film dabei heraus.

Wieso ist der Controller nicht kreativ? Als Controller bezeichne ich die Berufsgruppen, die sich mit den Geldflüssen und den technischen Abläufen einer Produktion beschäftigen. Denn jene Kollegen reden oft pauschal von „den Kreativen“, wenn sie Regie, Kamera usw. meinen. Warum schließen sie sich selbst von den Kreativen aus? Ein Controller ohne Kreativität sollte den Beruf wechseln.

Wir drehten im vergangenen Jahr das historische Drama „Der Uranberg“. Auf dem Tisch lagen 2,6 Millionen Euro. Die Frage lautete: Drehen oder die Finger davon lassen? Einige meinten, mit weniger als fünf Millionen Euro sei das Projekt nicht zu realisieren. Dann setzten sich Controller, Regisseur, Produzent, Autor usw. an einen Tisch. Auch internationale Kontakte wurden einbezogen. Alle kannten das Buch, wollten schließlich den Film machen. Wir fanden gemeinsam die Lösung, und ich wage zu behaupten, der Film sieht aus, als hätte er fünf Millionen Euro gekostet. Meine Großmutter hätte an dieser Stelle den Klassiker bemüht: „Man kann nur das ausgeben, was man hat.“

10.12.2010 | Beitrag erstellt von Hans-Werner Honert in standpunkt,television
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Tags: television, produktion, großes fernsehen Views: 2046

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Der Uranberg

Sehr geehrter Herr Hans-Werner Honert, wenn sie schon den Anspruch erheben einen historischen Film zu drehen sollten sie auch die historschen Namen verwenden. hier finden sie einige Infos zu einer ihrer Hauptpersonen: http://www.wismut.su/History_PER_MALCEV.htm Ich finde es doch höchst Fragwürdig, wie sie diesem Mann unterstellen können seine Tochter zur Zwangsehe gedrängt zu haben. mfg

19.12.2010 | 00:19 | Kommentar erstellt von unbekannt  | Website: 

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