Standpunkt // Förderung und Fonds für die Kreativwirtschaft

Christoph de Büth, Abteilungsleiter Mittelstandfinanzierung der NRW.Bank

Standpunkt zum Artikel: Mediencluster // Innovationsoffensive für intelligente Netzwerke
Von Christoph de Büth, Abteilungsleiter Mittelstandfinanzierung der NRW.Bank


Wirtschaftlich starke Regionen ziehen insbesondere kreative Menschen an, aber auch umgekehrt werden Regionen wirtschaftlich stärker, wenn sie durch ein großes Potenzial an Kreativität bereichert werden. Oft haben jedoch gerade die kreativen Branchen ein Finanzierungsproblem, sodass es gar nicht erst zur Umsetzung von innovativen Ideen kommt. Lösungsvorschläge bietet die NRW.Bank.

Eine von der NRW.Bank im Januar 2009 vorgestellte Marktstudie belegt, dass auf Basis der vorhandenen Stärken am Standort NRW ein beträchtliches Potenzial für Wachstum in den kreativen Branchen besteht. Die Studie zeigt, dass die Zahl der Kultur- und Kreativunternehmen kontinuierlich gestiegen ist und im Jahr 2007 einen neuen Höchststand von 50.300 Unternehmen erreichte.

Pro Jahr strömen in Nordrhein-Westfalen bis zu 5.000 Unternehmen an den Markt. 212.000 Erwerbstätige sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt, das entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent an der Gesamtwirtschaft. Bezieht man die Anzahl der geringfügig Beschäftigten mit ein, dann arbeiten in der nordrhein-westfälischen Kreativwirtschaft zusätzlich nochmals etwa 243.000 Menschen. Auch in Bezug auf ihre Umsatzvolumina ist die Kreativwirtschaft mit mehr als 35 Milliarden Euro von großer Bedeutung.

Vielfach reicht aber Kreativität allein nicht aus. Unternehmen der Kreativwirtschaft haben oft zu wenig Eigenkapital. Das liegt zum einen an den für die Branche typischen kleinteiligen Unternehmensstrukturen, die bislang häufig keinen Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen. Zum anderen sind Banken teilweise zurückhaltend bei Finanzierungsanfragen. Dies ist insbesondere auf Schwierigkeiten der ökonomischen Bewertung von kreativen Inhalten und Marktchancen zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund legte die NRW.Bank einen Eigenkapitalfonds für kreative Unternehmen in Nordrhein-Westfalen auf und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Förderung dieses wichtigen Leitmarktes. Der Kreativwirtschaftsfonds verfügt über Mittel in Höhe von dreißig Millionen Euro. Angeboten werden direkte Beteiligungen an Unternehmen (bis zu 49 Prozent) und eigenkapitalnahe Finanzierungen wie stille Beteiligungen (Mezzanine-Kapital). Vorausgesetzt werden ein schlüssiges Unternehmenskonzept, ein überzeugendes Team, ein belegbares Alleinstellungsmerkmal sowie ausreichende Wachstumsperspektiven.

Bereits 2008 begann die NRW.Bank, sich intensiver mit dem Thema Kreativwirtschaft zu beschäftigen. Im Sommer 2008 rief die NRW.Bank unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den Initiativkreis Kreativwirtschaft ins Leben. Namhafte Vertreter aus den Bereichen Verlag, Musik, Werbung, Kommunikation, Software/Games, Film, TV/ Radio, Design, Mode, Kunst/Galerien und Musical/Events gehören diesem Netzwerk an. Die Leitung obliegt Dieter Gorny, künstlerischer Direktor der Ruhr 2010 GmbH. Der Initiativkreis dient als Plattform, um Trends und Entwicklungen der Kreativwirtschaft sowie Aspekte der Finanzierung und Existenzgründung zu diskutieren.

10.04.2009 | Beitrag erstellt von Christoph de Büth in special nrw,standpunkt
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