Standpunkt zum Artikel Mobiles Internet // Mit dem Handy ins World Wide Web

Von Burkhard Leimbrock, Direktor Vodafone MediaSolutions!, Vodafone D2 GmbH

Das Handy etabliert sich zunehmend als Werbeträger, und die steigende Nutzung von Inhalten über mobile Endgeräte wird in den nächsten Jahren dazu führen, dass neben TV, Print, Radio, Plakat und Online eine neue Mediengattung im Markt entsteht. Das Mobile Internet wird in den nächsten zwei Jahren zu starken Veränderungen im Mediennutzungsverhalten führen. Doch warum kommt das Mobile Internet gerade jetzt?

 

Weil die mobilen Angebote attraktiver werden, weil Übertragungsraten zugenommen haben und Nutzer mit dem Handy jetzt genau so schnell surfen können wie mit DSL am PC; weil es seit Mitte 2007 die ersten Flatrates für das Mobile Internet gibt und weil die Nutzung immer günstiger wird.

Bereits heute erreicht das Mobile Internet eine enorme Anzahl Menschen. Allein das Vodafone live! Portal hat jeden Monat rund 3,8 Millionen Nutzer. Insgesamt gehen mittlerweile zwischen sechs und sieben Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig über den mobilen Zugang ins weltweite Netz. Bis zum Jahr 2012 sollen es vierzig Prozent aller Handynutzer sein.

Doch was sind die Voraussetzungen, damit sich das neue Medium auch als Werbeträger etabliert? Eine signifikante Reichweite ist dafür eine notwendige Bedingung. Doch damit die Gattung Mobile wirklich erwachsen wird, müssen technische und vermarktungsrelevante Standards durch Absprachen im Schulterschluss zwischen allen Marktteilnehmern geschaffen werden.

Hier ist zunächst die Notwendigkeit von einheitlichen Werbemittelstandards zu nennen. Denn nur mit einer weitreichenden Standardisierung erreichen Werbetreibende und Agenturen mit vergleichsweise geringem organisatorischen Aufwand die größtmögliche Anzahl potenzieller Kunden. Die Voraussetzungen hierfür sind geschaffen, denn Vermarkter, Werbetreibende, Agenturen und Medien haben sich mit ihrem Engagement in der Fachgruppe Mobile des BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) auf einheitliche mobile Werbeformate verständigt, so dass der Aufwand für die grafische Gestaltung einer mobilen Kampagne in der Regel kalkulierbar ist.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Reichweitenmessung für das Mobile Internet. Unabhängige und valide Leistungsdaten sind in Deutschland für alle etablierten Mediengattungen verfügbar. Die AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung) und die Fachgruppe Mobile im BVDW arbeiten in der Kommission Mobile gemeinsam an der Entwicklung einer Methode zur Messung von Reichweiten für das Mobile Internet. Ziel dieser Initiative ist die Bereitstellung valider und standardisierter Daten der mobilen Internetnutzung zur hochwertigen und leistungsstarken Mediaplanung und zur nachhaltigen Integration des Mediums Mobile in den Mediamix.

Mit der kürzlich erfolgten Gründung des Mobile Advertising Circle (MAC) hat der BVDW nun auch eine Schnittstelle gebildet, in der die Interessen der Mobile-Advertising- Vermarkter gebündelt werden. Zielsetzung ist es, im Dialog mit den Verbänden auf Seiten der Agenturen und Kunden ein ideales Umfeld zu schaffen, um den noch jungen Markt gemeinsam mit Mobilfunkanbietern und Betreibern von Mobile-Plattformen zu entwickeln.

Die strukturellen Voraussetzungen sind also geschaffen, damit sich das Medium Mobile ungehindert entfalten kann. Und die Erfolge von bereits realisierten mobilen Kampagnen zeigen schon jetzt, dass immer mehr Werbetreibende und Agenturen Kampagnenansätze und Budgets auf dieses Medium ausrichten. Denn kein Medium ist persönlicher, keines bietet mehr Spielraum für interaktive Kreativität und keines erzielt höhere Response-Raten als das Handy.

Die Perspektiven und Potenziale für das Mobile Internet und für das Handy als Werbeträger könnten also kaum besser sein.

01.10.2008 | Beitrag erstellt von Burkhard Leimbrock in digital,standpunkt
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Tags: internet, mobile Views: 1262

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