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Standpunkt zum Artikel Tablet-PC // Neue Perspektiven fürs digitale Publishing
Von Franz Sommerfeld, Vorstand von M. DuMont Schauberg

Industriegeschichtlich befinden wir uns bei den Tablets etwa auf der technologischen Stufe der zweiten Generation von Dampflokomotiven. Die Geräte sind noch ziemlich schwer, aber auch schon ziemlich schnell. Aber bereits jetzt besticht die Brillanz von Bildern und Filmen und ist jeder papiernen Darstellung überlegen, erst recht beim iPad 3. Der Absatz von Tablet-Computern steigert sich von Monat zu Monat.

Die neuen Geräte, allen voran die iPads, faszinieren durch die Möglichkeit, mit Händen und Fingern das Netz zu erobern. Sie werden zum täglichen Begleiter, auf ihnen lassen sich Bücher lesen, Filme sehen, Amazon-Bestellungen auf dem Sofa durchführen oder lässt sich die nächste Bahnreise buchen und nicht zuletzt fernsehen. Das alles hat dem Internet, das meist im Arbeitszimmer landete, den Zugang in die Wohn- und Schlafzimmer der Verbraucher verschafft. Dass das iPad im Bett genau so intensiv wie in der Business Lounge gelesen wird, verursacht Ehekonflikte, bringt aber auch eine strategische Veränderung im Marktzugang.

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Mit ihrem Engagement in Osteuropa machten einige deutsche Zeitungsverlage Millionengewinne. Doch inzwischen ist bei vielen Beteiligten die große Euphorie einer Ernüchterung gewichen. Die Verlage Springer und Ringier operieren in Osteuropa inzwischen gemeinsam. Die WAZ-Gruppe zieht sich aus Serbien zurück.

Als sich Anfang der 90er-Jahre der Eiserne Vorhang hob, herrschte in der Zeitungsbranche Aufbruchstimmung. Auch deutsche Verlagshäuser begannen angesichts eines gesättigten Heimatmarktes damit, nach neuen Investments in den ehemals sozialistisch geprägten Staaten zu suchen. Am begehrtesten waren Blätter, die – ähnlich wie in der ehemaligen DDR – zuvor Staat oder Partei gehört hatten und über hohe Auflagen verfügten. Es folgte eine große Investitionswelle, die dazu führte, dass der osteuropäische Zeitungsmarkt mittlerweile von westeuropäischem Kapital dominiert wird. Springer wurde Marktführer in Polen, die WAZ-Gruppe ist in Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Rumänien, Albanien und Serbien aktiv, in Tschechien prägen die Verlage der Rheinischen Post und Passauer Neuen Presse das Geschehen.  

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Dr. Hans Peter Siebenhaar
Dr. Hans Peter Siebenhaar

Standpunkt zum Artikel Zeitungen // Operation Osteuropa
von Dr. Hans-Peter Siebenhaar, Redakteur für Medien und Telekommunikation beim Handelsblatt

Es ist ein Paukenschlag. Von seinem Urlaubsdomizil an der kanadischen Pazifikküste leitet Bodo Hombach, Chef der Essener WAZ-Gruppe, die Kehrtwende ein. Nach anderthalb Jahrzehnten auf dem Balkan stellt der Medienkonzern aus dem Ruhrgebiet sein Zeitungsgeschäft in Südosteuropa zur Disposition. „Südosteuropa ist für uns kein Zukunftsmarkt. Wir wollen uns dort nicht verstärken“, formuliert Hombach klipp und klar aus dem fernen Vancouver Island. Mit seiner Rolle rückwärts schreckt der frühere EU-Beauftragte für den Balkan die gesamte Branche auf. Hat Osteuropa als El Dorado ausgedient? Machen Korruption, Bürokratie und Wirtschaftskrise ordentliche Rendite und Wachstumsziele zunichte?

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Die aktuelle Diskussion über die Integration von Zuwanderern in Deutschland wird meist auf religiöse, politische oder ökonomische Fragen verkürzt. Dabei kommt Massenmedien zwar als Motor der Debatte eine zentrale Bedeutung zu. Nach der Leistung, welche die Medien selbst für die Integration von Migranten erbringen, aber wird kaum gefragt.

Ganz gleich ob Fernsehen, Hörfunk, Zeitungen oder Internet: Medien spielen als Vermittler von Informationen für die Meinungsbildung in der Demokratie eine zentrale Rolle. Sie stellen Öffentlichkeit her, vermitteln Inhalte und Positionen, tragen zur politischen Sozialisation sowie zu gesellschaftlicher Integration bei und können selbst zur Instanz für Kritik oder Kontrolle avancieren. Umso erstaunlicher ist es, dass Rolle und Funktion von Massenmedien in der aktuellen Integrationsdebatte kaum thematisiert werden.

Im Leben von Migranten stehen das Ankommen und Weggehen, das Integrieren und Abgrenzen in einem steten Spannungsverhältnis, und zwar für die unmittelbar Betroffenen gleichermaßen wie für die gesamte Bevölkerung. Sowohl die von Medien vermittelten Inhalte als auch deren Nutzung durch Menschen mit Migrationshintergrund können entscheidenden Einfluss darauf ausüben, ob Zuwanderer sich assimilieren, integrieren oder etwa gezielt von der deutschen Gesellschaft abgrenzen.
 

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Markt und Moral stehen im Medienbereich in einem besonderen Spannungsverhältnis. Der wachsende Konkurrenzdruck und stagnierende Werbeerlöse setzen die Branche zusätzlich unter Druck. Beim Kampf um die Aufmerksamkeit geraten soziale Verantwortung und Medienethik häufig aus dem Blick. Der Vorgang gilt bei TV-Sportreportern längst als Kavaliersdelikt: Da werden die Chancen deutscher Athleten vor Wettkämpfen im Zweifel ein wenig besser dargestellt, als die Journalisten sie tatsächlich einschätzen. Warum? Der Grund ist klar: Nur wenn bei großen Sport-Events heimische Sportstars Medaillenchancen haben, versprechen Liveübertragungen hohe Zuschauermarktanteile. Ähnliches gilt natürlich auch für Formel-1-Rennen, Boxkämpfe oder – ganz aktuell – für die Fußball-Weltmeisterschaft. Eine Form von Irreführung? Ein Verstoß gegen medienethische Standards? Aus Sicht der TV-Branche gehen solche Vorwürfe zu weit.

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