Ein echtes Bild wäre zu gefährlich: Esra'a Al-Shafeis Avatar

Sie nennt sich Esra’a Al-Shafei und darf ihren wirklichen Namen nicht nennen, um sich selbst zu schützen. Die 25-jährige Muslima aus Bahrain gehört zu den aktivsten Bürgerrechtlerinnen der arabischen Welt. Ihr Pseudonym entwickelte sich in der Welt der Weblogs schnell zu einem Markenzeichen einer engagierten Kämpferin für Menschenrechte.

Esra’a Al-Shafei versteht sich selbst als digitale Aktivistin, die das Internet nutzt, um im Nahen Osten ein Stück Meinungsfreiheit zu erkämpfen. Für dieses mutige Engagement wurde die junge Frau bereits mit einem Preis des Berkman Centers of Internet and Society der renommierten Harvard Law Scholl ausgezeichnet. „Mit dem Internet bringen wir Leute zusammen, die sonst nie eine Chance hatten, sich öffentlich auszudrücken“, beschreibt die Bürgerrechtlerin die Rolle von Online-Angeboten für Demokratisierungsprozesse im Nahen Osten.



Um ihr eigenes Leben nicht zu gefährden, muss Esra’a Al-Shafei  stets darauf achten, dass keine Fotos von ihr in die Öffentlichkeit gelangen. Deshalb wird auch im Programm des 23. Medienforum.NRW statt eines Fotos von ihr nur eine Comic-Zeichnung abgebildet. So versucht die Kämpferin für Meinungsfreiheit, nicht selbst zum Opfer von staatlicher Kontrolle und Zensur zu werden. Umso mehr setzt sich Esra’a Al-Shafei für einen herrschaftsfreien Dialog der Menschen und Kulturen ein, mit dem sich Repressionen und interkulturelle Konflikte überwinden lassen.

Selbst falls sie verhaftet werde, so versichert die Bloggerin, würden Bewegungen wie Mideast Youth dafür sorgen, dass der Kampf für Meinungsfreiheit und gegen die Zensur weitergehe. Esra’a Al-Shafei hat die Online-Plattform Mideast Youth als 19-Jährige gegründet. Ihre Mideast Youth Foundation unterstützt inzwischen zahlreiche Projekte, um die gesellschaftliche Transformation zu einer offenen Gesellschaft auch im Nahen Osten voranzutreiben.

Esra’a Al-Shafei
wird beim 23. Medienforum.NRW am Montag, 20. Juni kurz in der Eröffnungsrunde sprechen und am späteren Nachmittag in einer Keynote über digitalen Aktivismus im Nahen und Mittleren Osten berichten. Am Dienstag, 21. Juni, wird sie außerdem beim Panel Entmachtete Medien über ihre Erfahrungen mit der Rolle des Internets beim Kampf um Meinungsfreiheit und Menschenrechte im Nahen Osten einen Einblick geben.

10.06.2011 | Beitrag erstellt von redaktion in mefo inside
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