30.09.2010 | Beitrag erstellt von team in digital,mefo inside


Picnic 2010
by Mark Florquin

„What are you bringing?“ fragte die Picnic vergangene Woche in Amsterdam. Wir waren auch beim ebenso interdisziplinären und innovativen Festival ("it´s not a congress") dabei.

Der Bereich Medien reihte sich ein in eine Palette von Themen, die dem niederländischen Kreativwirtschaftskongress sein besonderes Gesicht geben: City, World, Design und Life. Daher gab es unter anderm Vorträge über Bevölkerungsgeografie, Unterwasser-Städte oder fliegende Lichtinstallationen des Projekts Flyfire.

Die Atmosphäre auf der Picnic hebt sich deutlich von anderen Kongressen ab. Frei nach dem Titel des Festivals verwandelte sich der Veranstaltungsort, eine alte Gasfabrik, in ein großes Pic(k)nic(k). Jedes Detail ist liebevoll aufeinander abgestimmt, von der Wäscheklammer mit Logo, die das Lunch Paket zusammenhält, bis zu den Lichtinstallationen in den Vortragsräumen und Kunstrasen auf den Bühnen. Im Picnic-Fotostream finden sich noch mehr Eindrücke.

Aktuelle Medientrends präsentierte unter anderem der Journalist Mark Glaser, der in seinem Vortrag betonte, wie wichtig es ist, bei der Weiterentwicklung von Printcontent für Online immer auch über Fehler zu reden, die gemacht wurden. Außerdem gab er den Besuchern Ratschläge für die Zukunft des Journalismus. Danach sollen Verlage Inhalt bereitstellen, der mit der Gemeinschaft der Nutzenden geteilt und so vom Nutzer verbreiten werden kann und auch soll. Außerdem unterstrich Glaser, dass paid content wirklich einzigartigen Wert haben muss, damit der Nutzer dafür auch bezahlt. Paid content sollte zudem immer mit free content gemischt werden. Diese Mischung von premium und free content macht unter der Überschrift „fremium“ als Lösungsvorschlag in der paid content Debatte schon länger die Runde, zum Beispiel auch verbreitet vom Ex-Wired-Chef Chris Anderson. Ein großes Risiko sieht Glaser auch darin, dass Verlage ihre Online-Angebote schon launchen, bevor sie wirklich marktreif sind.
Jeff Jarvis betonte in seiner Lecture, wie wichtig es sei, Journalismus immer auch von der ökonomischen Seite zu sehen und dies an Journalistenschulen stärker zu vermitteln.

Zu den Speakern in Amsterdam zählte auch der foursquare Gründer Dennis Crowley. Er sprach über Ideen für neue Features, die sein location based service plant. Zum Beispiel wird die Realisierung der Idee geprüft, auch Bewertungen von locations in foursquare miteinzubeziehen. Zur Finanzierung des Dienstes sagte er später etwas in einem Interview.
Weitere spannende Lectures kamen zum Beispiel vom Journalisten Evan Ratliff, der in einem Projekt (Vanishing in the digital age) für die Zeitschrift Wired versuchte im digitalen Zeitalter unterzutauchen - und trotzdem online unterwegs zu sein.
Der Autor Cory Doctorow, einer der Verfechter der creative commons und digital rights management, sprach über sein funktionierendes Geschäftsmodell, seine Bücher als PDf und Hörbuch frei ins Netz zu stellen und trotzdem durch Print noch Geld zu verdienen.
Spannend zu beobachten ist die Thematik rund um "Social Cities". Welchen Einfluss könnte Mediennutzung auf unsere Städte und Infrastruktur haben?

Was von den Themen, Eindrücke und Ideen in das 23. medienforum.nrw einfließt? Schauen Sie selbst vorbei – vom 20. – 22. Juni 2011 in Köln!

Eva Abraham

30.09.2010 | Beitrag erstellt von team in digital,mefo inside
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