Standpunkt // Wunderbare Innovation und erhebliche Investitionen

Standpunkt zum Artikel: 3D-Kino: Die Renaissance der dritten Kino-Dimension
Von Catharine Laakmann, Geschäftsführerin der Metropolis Lichtspieltheater GmbH in Köln


Die Kinobranche ist abhängig von der Qualität und von der Technik der liefernden Studios. Kinobetreiber sind nur in der Lage, das zu zeigen, was auf dem Markt angeboten wird, mit welcher Technik auch immer.In der Vergangenheit gab es technische Neuerungen, die sich für uns Kinobetreiber nicht immer amortisiert haben. Bisher ist das 3D-Konzept für die meisten Kinobetreiber nicht ganz aufgegangen.

Es gibt nicht genügend interessante Filme. Viele 3D-Filme sind nur vierzig Minuten lang. Nur die Ankündigung, in Zukunft verstärkt 3D-Filme auf den Markt zu bringen, wiegt keinen Kinobetreiber in Sicherheit, dass dies so von den Studios dauerhaft realisiert wird. Aktuell starten in diesem Jahr nur drei Filme mit Sicherheit in 3D-Qualität, von denen man ein großes Potenzial an Besuchern erwartet: „Ice Age 3“ und „James Cameron‘s Avatar“ sowie „Monsters vs. Aliens“. Da die Digitalisierung nicht wie erwartet fortgeschritten ist, sind erhebliche Investitionen nötig, um 3D-Filme abspielen zu können: etwa 100.000 Euro pro Leinwand. Es wird eine Leinwand benötigt, die silbern beschichtet, kostspielig und für den normalen Betrieb nicht günstig ist (zu dunkel). Die Energiekosten steigen, da auch für den normalen Betrieb nun erheblich größere Kolben mit hellerem Licht benötigt werden. Die Kosten der erforderlichen baulichen Veränderung sind dabei noch nicht erfasst.

Sicherlich ist es die aggressive Werbung der Studios, die uns auch zu diesem Schritt zwingt. Die wenigen Kinos, die 3D-Technologie anbieten, werden sicher von ihrer Vormachtstellung profitieren. Bei einer flächendeckenden 3D-Ausrüstung sind die Chancen wieder gleich verteilt, was bedeutet, dass der Umsatz pro 3D-Kino sinkt, je mehr die Umrüstung vollzogen ist und ihren besonderen Effekt für das Publikum verloren hat. Der Eintrittspreis für 3D-Filme ist noch um zwei bis drei Euro teurer als eine normale Karte. Gehört die 3D-Technologie zum normalen Standard, lassen sich höhere Preise vermutlich nicht mehr so durchsetzen. Ferner stellt sich die Frage, ob unsere Zuschauer so häufig Filme in 3D-Qualität sehen möchten. Schließlich ist entscheidend, welche Kinobetreiber sich die teure 3D-Technologie leisten können und wie sich die Investition auf die persönliche Wettbewerbssituation der einzelnen Kinos in den jeweiligen Städten auswirkt. Die größte Motivation, den 3D-Start zu realisieren, ist, die Wettbewerbssituation zu verbessern. Dabei geht es zweifelsfrei um eine wunderbare technische Innovation. 

10.04.2009 | Beitrag erstellt von Catherine Laakmann in film,standpunkt
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Tags: multimedia, finanzierung, film Views: 1850

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