10.04.2009 | Beitrag erstellt von in special nrw
Mediencluster: Innovationsoffensive für intelligente Netzwerke
Die zunehmende Konvergenz im Multimediabereich erfordert neue Netzwerke innovativer Unternehmen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat deshalb mit den Projekten Medien.NRW und Create.NRW neue Fördermodelle initiiert. Dadurch sollen gezielt kreative Kooperationen und Cluster unterstützt werden.
Egal ob bei Technik oder Inhalten: Die digitale Multimediawelt wird durch eine Konvergenz geprägt, die einerseits ein großes Maß an Spezialisierung verlangt und andererseits neue Verbindungen benötigt − zwischen Branchen, die noch vor ein paar Jahren weit voneinander entfernt schienen. Telekommunikation, Computertechnologie und Rundfunk, aber auch der Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft stellen in Nordrhein- Westfalen ein profilbildendes Ensemble multimedialer Wirtschaftsaktivitäten dar.
Die neuen multimedialen Netzwerke werden auch als sogenannte Cluster bezeichnet. Dabei handelt es sich aus Sicht von Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben um „besonders innovative wirtschaftliche Allianzen zwischen Akteuren der gesamten Wertschöpfungskette“, denen es schneller gelingt, „neue Ideen zu entwickeln und in Produkte oder Dienstleistungen umzusetzen“. Das Clustermanagement Medien.NRW soll künftig von Köln aus koordiniert werden. Als zentrale Standortagentur agiert dabei die NRW.Bank (siehe Info-Kasten „Creative Banking der NRW.Bank“).
Breites Spektrum bei Medien.NRW
Bereits im vergangenen Jahr hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung den Förderwettbewerb Medien.NRW ausgeschrieben, an dessen erster Runde sich mehr als 170 Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen beteiligten. Als die Jury Ende Januar ihre Auswahlentscheidung treffen musste, waren noch 72 Projekte im Rennen, von denen zwölf prämiert wurden. Das Spektrum der von der Jury vorgeschlagenen Förderprojekte reichte von Online-Plattformen über neue Konzepte für Video- und Computerspiele bis hin zu Bildungsund Innovationsoffensiven im Multimediabereich.
Zu den Wettbewerbssiegern gehörte beispielsweise die Wuppertaler LIVN GmbH, die sich auf individuelle IPTV-Lösungen spezialisiert hat. Das Unternehmen will eine Medienplattform entwickeln, über die regionale Inhalte via IPTV interaktiv mit Kommunikationsdiensten für mobile Endgeräte kombiniert werden. Die Kölner Pixelpark AG war mit dem Konzept einer intelligenten, lokal ausgerichteten Mobilapplikation erfolgreich, „die Nutzer mit kontextsensitiven Informationen und Mobile-2.0-Features“ versorgen soll. Die Paderborner DiscVision GmbH betreibt Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Digital Personal Video Recorder (PVR) und erhielt den Zuschlag für ein Projekt, das individualisierbare Werbung (Targeted Advertisement) ermöglichen soll.
Acht Millionen Euro Fördermittel
Zu den Wettbewerbssiegern zählte auch der Verband Druck + Medien NRW, der unter dem Titel „Print goes media“ eine landesweite Bildungs- und Innovationsoffensive für konvergente Medien plant. Die Internationale Filmschule Köln (ifs) wurde von den Juroren berücksichtigt, weil sie sich künftig verstärkt um die ästhetischen Dimensionen von Serious Games kümmern will. Das Kölner KoordinationsCentrum für Ausbildung in Medienberufen (aim) überzeugte die Jury mit einem Projekt, das die Aus- und Weiterbildung in der Games-Branche untersuchen soll (siehe Artikel „Spezialisten fallen nicht vom Himmel“). Die Projektgruppe Cologne Game Lab an der Fachhochschule Köln darf als Projektsieger ebenfalls demnächst mit Fördergeldern im Bereich Ausbildung, Weiterbildung und Forschung arbeiten.
Insgesamt werden die zwölf Sieger des Wettbewerbs Medien.NRW acht Millionen Euro vom Land Nordrhein- Westfalen erhalten, das diese Summe wiederum größtenteils mit Mitteln aus dem NRW-EU-Ziel-2-Programm der Europäischen Union (EU-NRWProgramm Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007 – 2013) finanziert. Die Umsetzung der Projekte soll Gesamtinvestitionen von bis zu 15 Millionen Euro auslösen. „Die Qualität der Vorhaben ist beeindruckend. Mit ihrer Kreativität und Leistungsfähigkeit ist die Medienbranche unseres Landes eine Klasse für sich“, kommentierte der nordrhein-westfälische Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Andreas Krautscheid, Wettbewerbsbeiträge und Jury-Entscheidungen.
Auch Create.NRW sucht Sieger
Der Wettbewerb Medien.NRW, dessen nächste Runde noch in diesem Jahr starten wird, ist nicht das einzige Projekt, mit dem die Landesregierung Innovationen in branchenübergreifenden Clustern unterstützt. Mit dem Wettbewerb Create.NRW sucht das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie bereits seit 2007 die besten Ideen für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Dabei sollen Projekte gefördert werden, die geeignet sind, Innovations- und Kooperationsprozesse anzustoßen, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Regionen zu verbessern und die unternehmerische Basis zu stärken.
Create.NRW 2009 wurde konzipiert für den Literatur- und Buchmarkt, den Tanz und Theaterbereich sowie die Musikwirtschaft, den Kunstmarkt und die Branchen Werbung und Design. Bis zum 15. Juni können sich kleine oder mittlere Unternehmen, wissenschaftliche Institutionen, Künstlergruppen, Kultureinrichtungen oder auch Kommunen noch am Wettbewerb Create.NRW beteiligen. Im September wird eine zehnköpfige Jury dann darüber entscheiden, welche Projekte mit Fördermitteln prämiert werden sollen. Bis zu zehn Siegerprojekte erhalten schließlich eine finanzielle Unterstützung.
Cluster und Kooperationen
Ähnlich wie beim Wettbewerb Medien.NRW wird auch bei Create.NRW davon ausgegangen, dass Innovationen vor allem an Schnittstellen unterschiedlicher Bereiche entstehen. Deshalb sollen gezielt Kooperationen, Netzwerke und Cluster von Akteuren und Unternehmen der Kreativbranchen sowie in der Schnittmenge zwischen diesem Sektor und anderen Wirtschaftsbereichen unterstützt werden.
10.04.2009 | Beitrag erstellt von in special nrw
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